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Zu früh kommen? Hausmittel und andere Tipps für mehr Ausdauer

Du kommst zu früh? Auch wenn dir das vielleicht peinlich ist: Allein bist du damit überhaupt nicht. Rund 20 % aller Männer, so Umfragen, leiden darunter, dass sie zu früh kommen. Hausmittel und Tipps gibt es zur Genüge und wir stellen sie dir in diesem Artikel vor. Was jedoch auch ganz wichtig ist: Wer sagt eigentlich, dass dein „zu früh“ wirklich zu früh ist?

Die Definition zuerst: Was bedeutet „zu früh kommen“?

Laut medizinischer Definition kommt ein Mann „zu früh“, wenn er innerhalb einer Minute nach dem Eindringen in die Scheide ejakuliert. Dabei wird jedoch vieles gar nicht berücksichtigt: Wie erregt war er vorher? Welches Vorspiel gab es? Kennen die beiden sich fünf Minuten oder fünf Jahre? Und was ist, wenn es sich um ein schwules Pärchen handelt?

Die Medizin jedenfalls legt fest, dass zu frühes Kommen erst dann zu einer Sexualstörung wird, wenn a) es ein wiederkehrendes Problem ist und b) der Mann darunter leidet. Das ist übrigens unabhängig vom Alter und vom Partner.

Ist es überhaupt ein Problem, zu früh zu kommen?

Interessant ist besonders der Punkt: Es handelt sich um eine Störung, wenn der Mann darunter leidet. Denn das zu frühe Kommen ist zunächst einmal (in den allermeisten Fällen) kein körperliches Problem: Du bist gesund, verspürst große Lust und bist leicht zu erregen – alles super! Gäbe es nicht die Erwartung, dass „Mann“ eine bestimmte Zeit lang aushalten muss, gäbe es auch kein Problem.

Krass, oder? Das bedeutet: Dass du früher kommst als andere, ist eine Laune der Natur – wie deine Haarfarbe oder die Größe deines Penis. Unser allerbester Rat an dich lautet also: Such dir eine Partnerin, die dich so oder so liebt und die bereit ist, mit dir andere Wege zu erforschen, wie ihr beide zu eurer sexuellen Befriedigung kommt. Denn da gibt es wirklich tausend mehr Möglichkeiten als nur die Penetration!

Warum Männer zu früh kommen: Die Ursachen

Meistens ist mit dem Körper tatsächlich alles in Ordnung. In seltenen Fällen kann zum Beispiel eine Entzündung der Prostata oder der Harnröhre dazu führen, dass man sehr früh ejakuliert. Wahrscheinlich sind auch das Gehirn, das Rückenmark und das Nervensystem daran beteiligt – das ist aber noch nicht abschließend geklärt.

Was man definitiv weiß: Psychische Gründe wie Angst (zu versagen, ein schlechter Liebhaber zu sein), Druck (die Partnerin befriedigen zu müssen) oder Stress und Aufregung tragen dazu bei, dass Männer zu früh kommen. Auch wer noch wenig Erfahrung hat, erlebt den Höhepunkt vielleicht schon sehr früh im Liebesspiel.

Was Anspannung mit dem zu frühen Kommen zu tun hat

Manche Männer versuchen, mithilfe von Anspannung zu verhindern, dass sie früh kommen. Gerade im Beckenbereich und im Po führt aber genau diese Anspannung dazu, dass die Erregung erst recht nach oben schießt – und dann ist es schon zu spät. Auch Aufregung und Angst führen natürlich zu Muskelspannungen, ebenso wie eine sehr anstrengende Sexstellung.

Wenn Männer sich nicht mehr richtig spüren

Gerade Männer, die sehr häufig oder sehr intensiv Sex haben (oder sich selbst befriedigen), sind oft sehr auf den Orgasmus fokussiert. Dann kann es sein, dass sie sozusagen den „Weg zum Ziel“ vergessen oder für weniger wichtig halten. Da geht das Gefühl für die eigene Erregung verloren – und „Mann“ verpasst den Point of no return – den Punkt, ab dem der Orgasmus sich nicht mehr zurückhalten lässt.

Zu frühes Kommen: Hausmittel und Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt mittlerweile ein Medikament, das für die Behandlung vorzeitiger Samenergüsse zugelassen ist: Dapoxetin ist ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (ein Antidepressivum) und kann helfen, den Samenerguss hinauszuzögern. Es muss ein paar Stunden vor dem Sex eingenommen werden.

Auch eine Sexualtherapie und/oder eine Paartherapie können sinnvoll sein – letztere vor allem dann, wenn das zu frühe Kommen sich auf die Beziehung auswirkt.

Doch den meisten Männern, die zu früh kommen, sind Hausmittel lieber. Viele möchten nicht einmal mit einem Arzt darüber sprechen. Wir raten dir dennoch, das Gespräch zu suchen, wollen dir aber auch mögliche Alternativen nicht vorenthalten.

5 Hausmittel gegen zu frühes Kommen

Wenn du zu früh kommst, können diese Hausmittel helfen:

  1. Die Squeeze-Technik: Kurz bevor du kommst, drückst du mit Daumen und Zeigefinger auf einen Punkt, der direkt unter dem Rand der Eichel liegt, und zwar mindestens 15 Sekunden lang. Dadurch kann der Samenerguss zurückgehalten werden und du kannst weitermachen. Natürlich ist es toll, wenn deine Partnerin dabei mithilft, weil ihr offen damit umgeht!
  2. Bewusste Entspannung: Wie wir schon erklärt haben, führt Muskelanspannung dazu, dass du noch früher kommst. Ein Hausmittel ist daher Entspannung, und zwar besonders im Po- und Beckenbereich. So verteilt sich die sexuelle Erregung sozusagen im ganzen Körper, was übrigens auch ein richtig tolles Gefühl sein kann!
  3. Tiefes Atmen: Auch die Bauchatmung unterstützt die Entspannung. Außerdem bleibst du beim tiefen Atmen viel mehr im Moment, nimmst deinen Körper mehr wahr und kannst den Point of no return besser abpassen, um gegebenenfalls die Squeeze-Technik anzuwenden oder einfach eine Pause einzulegen.
  4. Bewegung beim Sex: Wenn du beim Sex dein Becken bewegst, entspannen sich die Muskeln und du nimmst andere Empfindungen wahr, die sich nicht nur auf deinen Penis konzentrieren. Dazu ist die Missionarsstellung super geeignet, besonders wenn du dich zusätzlich mit den Füßen an einer Wand abstützen kannst. So kannst du deine Bewegungen kontrollieren und gegebenenfalls verlangsamen.
  5. Beckenbodentraining: Beckenbodentraining ist auch für deine Partnerin super: Frauen können dadurch intensivere Orgasmen erleben. Für dich ist es ein einfaches Hausmittel, nicht so früh zu kommen, denn es gibt dir mehr Kontrolle über Anspannung und Entspannung sowie über deine Empfindungen.

Das Wichtigste: Sprecht miteinander!

Dass du „zu früh“ kommst, heißt nicht, dass etwas mit dir nicht stimmt. Wenn unsere gesellschaftliche Erwartung wäre, dass Männer möglichst schnell kommen, wenn sie eine Frau attraktiv finden, dann wärst du ein Superstar!

Es lohnt sich also, gemeinsam mit deiner Partnerin oder deinem Partner herauszufinden, ob du nicht trotzdem ein Superstar sein kannst. Und wie gesagt: Wenn du aufmerksam und auch an ihrer Befriedigung interessiert bist, gibt es tausend Möglichkeiten, sie auf andere Weise zum Höhepunkt zu bringen. Wir wünschen euch viel Spaß dabei.

 

 

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