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Sex in der Schwangerschaft – Teil 1: Das solltest du vor dem Schwangerschaftssex wissen und beachten

Du möchtest während der Schwangerschaft dein Liebesleben beibehalten? Doch du fühlst dich mit Babybauch verändert und unbeweglich und fragst dich, wie Sex noch möglich ist? Hast du gar Angst davor, dein Ungeborenes mit deiner Leidenschaft zu gefährden? Deine Bedenken sind ganz normal. Viele Paare werden während der Schwangerschaft schlagartig mit ungezügelter Leidenschaft oder Abstinenz in ihrer Beziehung konfrontiert. Damit du sorgenfrei deinen Schwangerschaftssex genießen kannst, lies diesen Artikel hier.

Schwangerschaftssex tut allen Beteiligten gut

Sex in der Schwangerschaft hat seine Vorzüge: Wenn du deinen Sex genießt, verwöhnst du deinen Körper mit Glückshormonen. Somit stärkst du dein Wohlbefinden. Dein ungeborenes Baby bekommt den Endorphine-Kick über die Nabelschnur und wird emotional dadurch gestärkt. Außerdem verbindest du dich mit deinem Partner in dieser „stürmischen“ Zeit.

Praktischerweise müsst ihr euch auch keine Gedanken über die Verhütung machen. 😉

Dein ungeborenes Baby ist geschützt

Wenn deine Schwangerschaft normal verläuft, brauchst du dich beim Sex nicht um den Fötus zu sorgen. Dein Kind wird von dem Fruchtwasser, deiner Gebärmutter und den umliegenden Muskeln gut geschützt. Vielleicht wird beim Orgasmus dein Bauch hart, deine Gebärmutter pulsiert oder dein Baby wird durchgeschaukelt. All das schadet ihm nicht. Es merkt sicher deinen schnelleren Herzschlag und bewegt sich in dir. Möglicherweise wiegst du es beim Sex sogar in den Schlaf.

Auch der Penis deines Partners kann den Fötus beim Geschlechtsverkehr nicht verletzen. Er dringt maximal bis zum geschlossenen Muttermund vor. Kurz vor der Geburt passiert es manchmal, dass männliches Sperma den Muttermund weicht macht und öffnet. Die Geburt wird allerdings nur dann eingeleitet, wenn die Zeit reif ist.

Solltest du schon einmal eine Fehlgeburt oder Frühgeburt gehabt haben, frage vor dem Sex deinen Frauenarzt, ob Geschlechtsverkehr eine Gefahr für dein Baby darstellt. Besonderes Risiko besteht auch bei einer Mehrlingsschwangerschaft.

Wichtig beim Sex in der Schwangerschaft: Dein Körper und dein sexuelles Verlangen verändern sich

In der Schwangerschaft kann es ganz schön holprig zugehen – körperlich und stimmungsmäßig. Mit diesen Veränderungen kannst du rechnen:

Deine Durchblutung nimmt zu

Neben sichtbaren Veränderungen wirst du merken, dass dein Körper stärker durchblutet ist. Beim Sex kann es zu harmlosen Kontaktblutungen kommen. Dabei platzen kleine Äderchen deiner Scheidenwand auf. Solltest du während der Blutung Schmerzen haben, lass dich von einem Arzt untersuchen.

Du hast mehr Lust auf Sex

Vor allem im zweiten Drittel deiner Schwangerschaft kann deine sexuelle Lust zunehmen. Deine Brustwarzen sowie die Klitoris und deine Schamlippen sind durch die stärkere Durchblutung empfindsamer. Du hast mehr Scheidensekret, bist leichter zu erregen und kommst schneller zum Orgasmus.

Nach dem Höhepunkt spürst du vielleicht leichte Krämpfe, die sich wie Wehen anfühlen. Diese sind harmlos und verschwinden schnell wieder, indem du ruhig einige Minuten durchatmest.

Sollten deine Krämpfe länger andauern oder besonders schmerzhaft sein, konsultiere deinen Arzt.

Du hast weniger Lust auf Sex

Es kann sein, dass du körperliche Berührungen im Intimbereich als unangenehm oder schmerzhaft empfindest. Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit lassen dich auch nicht an Sex denken. Am Ende deiner Schwangerschaft „versüßen“ dir Rückenschmerzen, Sodbrennen und geschwollene Füße deinen Alltag. Zudem fühlst du dich in deiner Beweglichkeit eingeschränkt. Höre auf deinen Körper und zwinge ihn nicht zur Leidenschaft.

Manche Frauen befürchten, ihre neuen Rundungen und Schwangerschaftsstreifen machen sie für ihren Partner unattraktiv. Das kann ihre Libido erheblich senken. Wenn es dir auch so geht, erzähl deinem Schatz von deiner Sorge. Wahrscheinlich betrachtet er dich ganz anders, als du vermutest.

Du sehnst dich nach Zärtlichkeit

Lass dich von deinem Schatz mit Nähe und Zärtlichkeit verwöhnen. Massagen und Kuscheleinheiten entspannen dich und schaffen Verbundenheit zwischen euch.

Dein Körper ist anfälliger für Bakterien

Die Schwangerschaftshormone verändern dein Scheidenmilieu. Dies begünstigt die Ausbreitung von Bakterien, welche Infektionen und Wehen auslösen können. Tritt das ein, geh sofort zum Arzt.

Du kannst deine Scheidenflora unterstützen, indem du dich vor dem Sex ausschließlich mit kaltem Wasser wäschst. Dein Partner sollte ebenso auf Hygiene im Intimbereich achten. Benutzt sicherheitshalber Kondome und stärkt euer Immunsystem mit Vitamin C.

Da du als Frau in der Schwangerschaft zu Blasenentzündungen neigst, geh 10 Minuten nach dem Sex auf die Toilette. So spülst du die „gemeinen“ Bakterien aus dir heraus.

Ebenso möglich: Die Lust deines Partners auf Sex verändert sich

Häufig wird vergessen, dass eine Schwangerschaft auch für die Männer aufregend und beängstigend sein kann. Daher dürft ihr euch gemeinsam auch auf folgende Veränderungen einstellen:

Dein Partner ist besonders heiß auf dich

Deine großen Brüste und weiblichen Formen können für deinen Liebsten sehr anziehend sein. Er streicht gern über deine glatte Haut und dein glänzendes Haar. Genieße es, von ihm begehrt zu werden!

Dein Partner ist verunsichert und lustlos

Deine körperlichen und emotionalen Veränderungen während der Schwangerschaft irritieren womöglich nicht nur dich. Auch wenn alles natürlich ist, kann deine Gewichtszunahme oder das Austreten der Vormilch aus deiner Brust deinem Schatz befremdlich vorkommen.

Wenn du bisher ein ausgeglichenes Wesen warst, erlebt dich dein Partner jetzt vielleicht als „schwankende Naturgewalt“. Deine Stimmungswechsel machen auch ihm zu schaffen. Vielleicht bist du sogar zu einem selbstsicheren und ausgeglichenen Felsen „mutiert“?

Da ihr beide bald Eltern seid, dürft ihr euch mit veränderten Lebensumständen, Verantwortung, Stress und Ängsten auseinandersetzen. All diese Gedanken und Beobachtungen können die sexuelle Lust deines Partners senken.

Nimm die neuen Herausforderungen mit deinem Schatz an. Besprich offen und ehrlich mit ihm, was euch beschäftigt. Solltet ihr dazu Unterstützung brauchen, zögere nicht lange, einen Therapeuten oder Berater um Rat zu fragen. Euer emotionales Wohlergehen hat höchste Priorität.

In der Schwangerschaft: Sex kann für dich tabu sein

Bei einer Risikoschwangerschaft, im Falle von Infektionen, Zwischenblutungen oder vorzeitigen Wehen wird dein Gynäkologe dir für eine Weile oder gänzlich vom Sex abraten.

Auch die Gesundheit deines Partners ist relevant. Steckt er dich mit Hepatitis, HIV oder Herpes-Viren an, kann dies dein ungeborenes Kind gefährden. Ist dein Partner mit diesen Erkrankungen infiziert, verzichtet lieber auf Sex.

Vergiss jedoch nicht, dass ihr euch sehr vielseitig lieben könnt. Auch ohne direkte Vereinigung dürft ihr ausgiebig zärtlich miteinander sein. Genieße die körperliche Nähe deines Partners. Verwöhnt euch so, wie es im Moment möglich ist.

Fazit: Genießt Sex in der Schwangerschaft, wenn es passt

Wenn du deinen Körper achtsam beobachtest und verantwortungsbewusst auf seine Signale reagierst, steht auch während der Schwangerschaft deinem sexuellen Vergnügen nichts im Weg.

Erfreue dich daran, wie sich dein Körper auf die neue Situation einstellt. Sei beruhigt, dass dein Kind gut versorgt ist, und erforsche mit deinem Partner eure neue Form von Leidenschaft.

Teile gern deine Beobachtungen, Erlebnisse und Bedenken in den Kommentaren mit unserer Community. Bald folgt der zweite Teil zu diesem Blogartikel. In dem erfährst du, welche Sexpositionen und Stellungen sich besonders in der Schwangerschaft eignen.

 

 

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